|
Pforzheimer
Zeitung - 20. November 2000
Annäherungsversuche
im Waschsalon
Das
amerikanische Quartett "The Bobs" gastierte im Pforzheimer
Kulturhaus Osterfeld
A-cappella-Musik "at its best" bekamen die Besucher des
Pforzheimer Kulturhauses Osterfeld am Samstag serviert.
Im Rahmen der Reihe "A cappella 2000 - Internationale Highlights im
Osterfeld" gastierte das amerikanische Quartett "The Bobs"
in der Goldstadt und faszinierte die leider viel zu wenigen Besucher mit
einer abwechslungsreichen und kurzweiligen Show, bei der es nicht nur viel
zu hören, sondern auch einiges zu lachen gab.
Das seit 1981 bestehende Quartett besticht in erster Linie durch seine
unkonventionelle Art der Darbietung. Denken viele Musikliebhaber bei dem
Stichwort a cappella zuerst an Formationen wie die legendären
"Manhattan Transfer", die "Comedian Harmonists" oder
die weitaus jüngeren "Flying Pickets", so fallen "The
Bobs" völlig aus dem konventionellen Rahmen. Auch wenn die vier
Vokalisten Amy Engelhardt, Joe Finetti, Richard Greene und Matthew Stull
in ihrem knapp zweistündigen Programm auch die eine oder andere Jazz-
oder Popkomposition wie "Caravan", "Fever" oder Joe
Cockers "Unchain my heart" integriert haben, so lebt die Show
des humorigen Vierers doch in erster Linie von den spaßigen Texten und
ebenso lustigen Darbietungen, mit denen "The Bobs" ihr Publikum
zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen. Ganz gleich ob das Quartett
nun über Annäherungsversuche im Waschsalon singt, in bester
Hip-Hop-Manier über die Persönlichkeitsprobleme eines jungen Rappers
berichtet oder das Publikum in einer munteren Mitmachnummer auf beste
Partylaune einschwört - immer haben "The Bobs" die Lacher auf
ihrer Seite. Auf immer wieder erfrischende Weise gelingt es dem flotten
Vierer skurrile Geschichten zu erzählen und diese auch lautmalerisch so
faszinierend zu untermalen, dass man bei geschlossenen Augen zeitweise den
Eindruck gewinnen könnte, ein ganzes Orchester würde da auf der
Osterfeld-Bühne für den satten Sound sorgen.
Richard "Bob" Greene, dessen erotisch tiefe Stimme die des
legendären Barry White noch um Längen zu schlagen scheint, weckt mit
seinem sonoren Bass immer wieder ein wohliges Kribbeln im Bauch. Joe
"Bob" Finetti indes besticht als fulminanter
Multiinstrumentalist, der mit seinem Mund mal furiose Schlagzeugklänge
erzeugt um nur Augenblicke später als Trompeter oder Posaunist im
Rampenlicht zu stehen. Aber auch Amy "Bob" Engelhardt und
Matthew "Bob" Stull wissen im Bläsersatz von "The
Bobs" zu bestehen und tragen ihren Teil dazu bei, dass die
A-cappella-Stücke volumig und rund klingen. Doch nicht nur als
vermeintliche Bläser und Rhythmiker setzten Amy Engelhardt und Matthes
Stull Akzente: Die beiden Vokalisten mit ihren glänzend ausgebildeten
Stimmen, die sowohl klassische Stücke als auch Rock- und Poptitel sauber
zu interpretieren verstehen, stehen als Frontsänger von Anfang an im
Mittelpunkt des Bühnengeschehens und haben mit ihrer locker leichten Art
schnell die Herzen der Besucher erobert. "The Bobs" beweisen bei
ihrem Auftritt, dass es nicht unbedingt großer orchestraler Besetzungen
bedarf, um ein ausgereiftes Konzert mit Pfiff zu präsentieren. Die
vokalistischen Multiinstrumentalisten schaffen es vielmehr mit Fantasie,
Kreativität und Cleverness, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Spätestens
wenn das vierköpfige Ensemble seine powervolle Interpretation von "Purple
Haze" mit ausgedehntem Gitarrensolo von der Bühne schmettert, steht
fest: "The Bobs", das ist A-cappella-Musik, die Spaß macht und
unterhält. - Ralf Recklies

Pforzheimer
Kurier - 20. November 2000
Tiefes
Grollen aus den vorderen Zehenspitzen
A-cappella-Musik
skurriler Art mit The Bobs / Kurier präsentierte Konzert der Extraklasse
Mitglieder einer A-cappella-Band haben gegenüber anderen Musikern einen
großen Vorteil. Sie brauchen viel weniger Gepäck und haben doch immer
ihre Instrumente dabei. Das verringert zumindest einmal den Aufwand der
Reise, die die Gesangsformation The Bobs von der amerikanischen Westküste
ins herbstlich-kalte Pforzheim unternommen hatte. Der Pforzheimer Kurier
präsentierte die Sänger am Samstagabend im Kulturhaus Osterfeld.
Erstaunlicherweise heißen alle Bandmitglieder - auch die Dame im Quartett
- mit zweitem Vornamen Bob. Doch das ist nicht das einzige, was The Bobs
gemeinsam haben: Sie verfügen allesamt über ausgezeichnete Stimmen von
außerordentlicher Variabilität und einer Vielzahl von Oktaven. Das
reicht vom Sopran der Sängerin Amy Bob bis hinunter zum tiefsten Bass von
Richard Bob. er produziert Töne, die aus den Tiefen der vorderen
Zehenspitzen den gesamten Körper empor zu grollen scheinen und den ganzen
Saal zum Vibrieren bringen. Zudem können die vier eine ganze Menge en
Instrumenten imitieren, von Bläsersätzen über Schlagzeug bis zum
Waschbrett.
In den Staaten haben die vier, die seit den achtziger Jahren zusammen
singen, Kultstatus, Pressestimmen überschlagen sich. Sogar zu einer
"Grammy"-Nominierung, dem amerikanischen Musik-Oscar, habe es
The Bobs schon gebracht. Das Repertoire des Quartetts aus Los Angeles und
Seattle ist reichhaltig, wie man es nur selten bei A-cappella-Gruppen hört.
Zwar präsentieren sie auch einige Songs, die für diese Art Musik fast
schon als Klassiker gelten, wie etwa das spannungsreiche "Fever".
Ein Leckerbissen war auch der Doors-Song "Light My Fire", von
den Bobs freilich dargeboten in Form eines englischen Madrigals aus dem
16. Jahrhundert.
Doch ihre größte Stärke liegt eindeutig in einem Bereich, den man hier
zu Lande wohl in die Sparte "musikalisches Kabarett" einordnen würde.
Die Lieder, die aus ihrer eigenen Feder stammen, sind voll von schwarzem
Humor, witzigen Pointen und Parodien. Nicht umsonst heißt es, sie würden
so singen, wie Gary Larson zeichnet.
Unterlegt mit ihrem volltönenden Gesang gaben sie Liedtexte und Ansagen
zum Besten, die voll skurrilem Humor, witzigen Anspielungen und spaßigen
Wortspielen waren.
Wobei allerdings auch ein gewisses Problem lag. Denn außer dem schönen
Satz "Ich liebe das Reinheitsgebot" sprechen die vier so gut wie
kein Deutsch. So entging demjenigen Publikum, das des Englischen nicht
ausgesprochen gut mächtig war, bei allem musikalischen Genuss doch so
einiges. Für die anderen - auch einige Amerikaner saßen im nicht
vollbesetzten Zuschauerraum - war es ein rundum gelungener Abend voll
witziger Unterhaltung der absoluten Extraklasse. - Jörg Hügel

Weser Kurier - 21. Juli 2000
Mit
Krishna durch die Gershwin-Kurve
Originale des
unbegleiteten Gesang: Die A-cappella-Legende "The Bobs"
gastierte im Schlachthof
Jede Epidemie
hat ihren Erreger. Nun ist der A-cappella-Gesang nicht gerade mit einer
Seuche vergleichbar, doch wer schon einmal das US-Quartett "The
Bobs" erlebt hat, kann sich vorstellen, warum es seit 19 Jahren und
mittlerweile zehn Alben Scharen derartiger Ensembles beeinflusst hat. Im
Rahmen der Reihe "Vocal Heroes" im Schlachthof demonstrierte die
"New Wave a cappella"-Truppe, was sie zu Originalen des
unbegleiteten Gesangs macht.
Unbegleitet? - ach was! Wenn es sein muss, zaubern "The Bobs"
mit ihren Stimmen ganze Orchester auf die Bühne. Was Richard
Greene, Matthew Stull, Joe Finetti und Amy Engelhardt jedoch zu einer der
komplettesten A-cappella-Formationen macht, ist ihre Vielseitigkeit. Sie
müssen sich nicht um komische Show-Elemente bemühen, denn ihr herrlich
trockener Humor ist angeboren. Ihre Chorsätze und
Instrumental-Simulationen sind perfekt, die Cover-Songs clever arrangiert,
mit Myriaden kleiner Stimm-Gags durchsetzt und nicht an die typischen
Genres gebunden. Und schließlich: "The Bobs" zählen zu den
ganz wenigen Vertretern ihrer Zunft, die neben der brüllkomischen Parodie
von Evergreens auch die Kunst beherrschen, ausgezeichnete Stücke mit
reichlich durchgeknallten Texten (wie die New-Age-Verulkung "Slow
down, Krishna") zu schreiben - eine Aufgabe, die vor allem vom Bass
Greene übernommen wird.
Die Kombination dieser Elemente macht einen Auftritt der Bobs zum
atemberaubenden Ritt durch die Facetten der Vokalmusik. Da verwandelt sich
der Vierer beim Ray Charles-Klassiker "Unchain my heart"
allmählich in eine aufgekratzte Latino-Percussion-Truppe, nimmt mit
"Summertime" wild die Gershwin-Kurve und muss hilflos mit
ansehen, wie sich Tenor Finetti abwechselnd in einen wilden
Trompeten-Solisten oder einen Funk-Drummer verwandelt. Unterdessen zeigt
Sängerin Amy, wie eine Rock-Gitarre richtig jault und eine Amerikanerin
im "Wördö Brämen"-Trikot mit herrlichstem Akzent die
Aufforderung zum Durchdrehen eins zu eins übersetzt: "Entschuldigen
Sie, können Sie Rock mit mir?" Zwischen einer rasendschnellen,
vertrackten Version des Beatles-Songs "Helter Skelter" und einer
Art Marching-Band-Variante von "Caravan" legen Bass Greene und
Tenor Finetti mal eben eine reichlich abgedreht-melancholische "Free-Jazz"-Einlage
hin, die sogar schön klingt. Würde ein imaginärer Vogel bei der Rock
'n' Roll-Version von "Psycho Killer" vielleicht noch
herumflattern - mit der Bobs-Interpretation von "Light my Fire"
ist er garantiert abgeschossen: Denn die Idee, den Doors-Hit in einer
traditionellen Madrigalform der Renaissance zu singen, ist einfach
umwerfend. Ein durch und durch aufregendes Konzert.
(André Hesel)

Egg
- Summer '97
The Throat Singers of Berkeley
Sitting in limbo
... I mean Orono ... recently, listening to The Bobs, I was
reminded of the fable about the blind men and the elephant. Each man touched
a different part of the elephant - tail, trunk, leg, tusk - and got
a completely different idea about the animal. What
would these blind men, I wondered, think about The Bobs, not your traditional
vocal group? The quartet [...] had started off their concert at
UMO singing Unchain My Heart, when suddenly a jazz trumpet solo issued
forth.
A trumpet solo,
a cappella? And who was playing the maracas? Plus, as the
concert continued, who was playing all those other instruments? A blind
person in the audience had to be asking, "Is this really an a cappella
group?" In a word,
no. Call it odd cappella. With electronic drums, pedal steel guitar,
electric guitar solos, and other strange noises, all done solely with
microphones ad vocal pyrotechnics. [...]
... you always
know at a Bobs concert that 1) you'll hear something you've
never even imagined - this time for me, a traditional English madrigal
version of The Doors' classic Light My Fire [...] And 2), from time
to time during the show, the four will get into group discussions, and
it's like they've forgotten the audience is even there. I've never seen
this with any other band.
At UMO, Joe said
two great things before the intermission - first, telling
people in the audience unfamiliar with The Bobs, "Don't be frightened,"
and then, his seemingly heartfelt comment, "If we get too slick
or professional for you, please stop us." That first part of the show
closed with Matthew singing Mr. Duality, his split personality rap song
"because we heard [Bangor] was a big rap community." And a
spirited ensemble version
of the old Louis Jordan classic Ain't Nobody Here But Us Chickens. [...]
The second half
of the show proceeded along similar (eclectic) lines, with a spirited mix
including Helter Skelter, their best-known cover along
with Psycho Killer; the Duke Ellington tune Caravan; a "Gothic doo-wop
song" about working at the Post Office; the group's 'message song'
Spontaneous Human Combustion; and a fine version of Particle Man - originally
done, I was informed by the man is seat K-23, by They Might Be Giants. [...]
Also, in yet
another unexpected announcement, Matthew requested that any of
the several a cappella groups scattered through the audience might reverse
the tables and entertain The Bobs, at a post-concert concert to be
held out in the lobby.
For the grand
finale, Purple Haze, Joe incited the crowd with his best Caspar (the
Friendly) Milquetoast voice, asking, "Are you prepared to rock?"
But before proceeding, Matthew handed his mike to a woman in the audience
who had a question. "This
isn't going to be like Light My Fire, is it?" In
a word, no. More like - although it sounds unlikely - a cappella Hendrix,
including distortion, feedback, wild flailing, and everything a great
guitar solo needs except an actual guitar.
A large portion
of the subscription audience, new to witnessing The Bobs,
seemed stunned, but others of us had expected as much. We'd seen Joe
last year at the Left Bank, as Eric Clapton doing White Room. So why shouldn't
he also be Hendrix?
All of which led
to a rousing standing ovation and, for the encore, a kind
of Andrew Sisters arrangement of the old Bobs' favorite Cowboy Lips.
Then we moved out into the lobby, which is a whole different story.[...]
Kick yourself if
you missed The Bobs.
- Richard
Sassaman

St.
Louis Post-Dispatch October 31,1997
When The Bob, Bob, Bobs Go Bob, Bob, Bobbing Along...
... Prepare to be amused, entertained and surprised
The only bad
thing about attending a concert by The Bobs is trying to explain
the experience to your friends the next day. My friend Will, for example,
seeing The Bobs for the first time called them "a cappella B-52s."
I usually resort
to a summary that sounds like a bad Hollywood pitch meeting:
"Well, picture what would happen if you put Bobby McFerrin, Tom Lehrer,
the Nylons and a pinch of Monty Python in a blender and hit 'puree'."
Freely
accessorize any description you settle on with words like "vastly
talented,"
"side-splittingly funny" or "delightfully zany" and
you've got The Bobs, who
brought their a cappella with an attitude to the Edison
Theatre last weekend.
Few other quartets, instrumentless or otherwise, could entertainingly sell
songs such as "There's a Nose Ring in My Soup" or "Vapor
Carioca" (the latter
a tune about chronic flatulence). Nor, one imagines, would many try.
The Bobs put a
slight spin even on tamer tunes. "Late Model Love," a sultry
walk through the used-car lot of romance (featuring the newest Bob,
Lori "Bob" Rivera), and "Mr. Duality," a rap song
about a guy with multiple personalities, are reminders this isn't your typical vocal
group.
Joe
"Bob" Finetti's gift for vocal instrumentation (most notably his
electric guitar solo in a
cover of "Purple Haze") and goofy stage style are
either freakish or genius. With the loose-limbed, leisure-suit clad
Finetti,
it's a tough call to make. Richard
"Bob" Greene's twisted lyrics are only half of the group's
appeal.
The rest can be chalked up to consummate vocal craft and a real sense
of showmanship. Standing ovations are almost a given among St.Louis
audiences, but at Saturday's concert, The Bobs' was well-earned.
Brad L.
Graham
|